KONFIRMATION - EINSCHRITT ZUM ERWACHSENWERDEN

"Konfirmation ist ein tolles Fest für mich. Wir haben uns an den Konfirmandentagen vorbereitet, über viele Dinge gesprochen. Ich denke, dass mir das in meinem späteren Leben helfen wird ..." "Erst einmal waren wir alle aufgeregt, bis die Einsegnung kam, und nach der Einsegnung waren wir alle so wie befreit ..." Das ist halt was Besonderes, schon irgendwie ein Sprung vom Kindsein zum Jugendlichen: dass man mehr nachdenkt und alles vielleicht ein wenig bewusster erlebt." "... dass man wirklich von sich aus Ja sagt zu Gott." "Ich gehöre jetzt voll zur Gemeinde - ich gehöre dazu." (Stimmen von Konfirmandinnen und Konfirmanden zu ihrer Konfirmation) Aus diesen Stimmen von Konfirmandinnen und Konfirmanden ist erkennbar, welche Bedeutung die Konfirmation hat: Zum einen ist sie ein feierlicher Abschluss der Kindheit und Beginn eines neuen Lebensabschnittes, zum anderen ist sie Bestätigung der Taufe. In jedem Fall ist die Konfirmation ein rauschendes Familienfest mit einem hohen Stellenwert für die Jugendlichen selbst, deren Eltern und Paten, und ein Fest für die Gemeinde, die für die Jugendlichen in ihrer Mitte betet und ihnen Begleitung in ihrem Glaubensleben anbietet.

"Konfirmation": Bestätigung der Taufe

"Wollt ihr unter Jesus Christus, eurem Herrn, leben, im Glauben an ihn wachsen und als evangelische Christen in seiner Gemeinde bleiben, so sprecht: Ja, mit Gottes Hilfe." Anschließend wird ihnen der Segen Gottes unter Handauflegung des Pfarrers/der Pfarrerin für ihren weiteren Lebensweg zugesprochen. Dieser Segen soll nicht den Taufsegen ergänzen, sondern er soll ihn für den nun vor Ihnen liegenden Abschnitt des Lebens und Glaubens erneuern und bekräftigen. Der Segen hat also auch konfirmierenden = bekräftigenden Sinn: "Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe dir seine Gnade; Schutz und Schirm vor allem Argen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass du bewahrt werdest im rechten Glauben. Friede sei mit dir. Amen!" Einen Bibelspruch, der die Konfirmierten auf ihrem Lebensweg begleiten soll, haben sie sich selbst ausgesucht. Bei ihrem Konfirmationsgottesdienst sprechen die Jugendlichen ein dreifaches "Ja". Sie sagen Ja zu sich selbst - in einem Alter, in dem Selbstbejahung und Sinnsuche schwierig ist. Sie sagen Ja zum Glauben - übernehmen Verantwortung für das, was sie glauben und können sich selbstständig dazu äußern. Sie sagen Ja zur Gemeinschaft - denn Glauben kann man nur in der Gemeinschaft leben. Als sichtbares Zeichen dafür, wird an der Konfirmation Abendmahl gefeiert, denn Gott will Gemeinschaft mit uns Menschen und kommt zu uns mit seinem Segen.

 

Das Konfirmandenprojekt bei uns in Gethsemane
In unserer Gethsemanegemeinde haben sich 30 Jugendliche im vergangenen Jahr auf ihre Konfirmation vorbereitet. Sie haben sich mit Themen des Glaubens wie Tod und Auferstehung, Jesus Christus, Bibel beschäftigt und ein Wochenende zum Thema Gemeinschaft miteinander verbracht. In unserer Gemeinde haben wir das Unterrichtsmodell des "Konfirmandenprojekts" eingeführt. Im Unterschied zu früher, als man einmal in der wöchentlich zu einer katechetischen Unterweisung zusammenkam und die Jugendlichen in den Grundsätzen unseres Glaubens "unterrichtete", wird bei diesem Modell ein erfahrungsorientierter Zugang zu den Glaubensthemen vertreten. Jeder Konfitag ist ein Projekt, bei dem sich die Jugendlichen das Thema des Tages erarbeiten, indem sie viel angeleitete Gruppenarbeit mit kreativen Methoden erleben. Dadurch, dass wir einen ganzen Tag miteinander verbringen, ist auch Zeit für Pausen und Spiele, in denen die Gemeinschaft wachsen kann. Vom Zeitaufwand her ist es dasselbe, ob man sich vier Mal im Monat für eineinhalb Stunden nach der Schule oder einen Samstag 6 Stunden lang trifft. 10 bereits konfirmierte Jugendliche begleiten das Projekt und leiten Kleingruppen, leiten Spiele an und sind Ansprechpartner für die Konfirmanden. Statt der Konfirmandenprüfung, wie sie früher üblich war, wird in diesem Modell ein Vorstellungsgottesdienst von den Jugendlichen selbst erarbeitet, mit dem sie sich dann als Gruppe der Gemeinde vorstellen. Darum ist es uns Hauptamtlichen auch wichtig, dass die Gemeindeglieder auch an diesem Konfirmandenvorstellungsgottesdienst teilnehmen und so die Jugendlichen auf ihrem Weg zur Konfirmation begleiten und sie in die Gemeinschaft aufnehmen. 

An der Konfirmation bekommen die KonfirmatInnen folgende Rechte: Sie werden zum einen als Mitglieder der Kirche bestätigt, sie können und sollen regelmäßig am Gemeindeleben teilnehmen, sie können das Patenamt übernehmen und sich, wenn sie 14 Jahre alt sind, an den Kirchenvorstandswahlen beteiligen. Nach dem staatlichen Recht steht Jugendlichen nach Vollendung des 14. Lebensjahres selbst die Entscheidung darüber zu, zu welchem religiösen Bekenntnis sie sich halten wollen. Früher war an die Konfirmation auch die Zulassung zur Teilnahme am Abendmahl gebunden. Dies wäre aber eine Abwertung der Taufe. Wer getauft ist, kann zum Abendmahl gehen, und die Taufe wird durch die Konfirmation nicht ergänzt, sondern bestätigt. Daher kann die Konfirmation keine Bedingung sein für die Teilnahme am Abendmahl. Bei uns sind alle zum Abendmahl eingeladen, auch die Kinder, und so gehen auch die Jugendlichen zum Abendmahl. Im Laufe ihrer Konfirmandenzeit nehmen sie so einige Male an der Abendmahlsfeier teil und üben dies dadurch ein. Ein ganzer Konfiprojekttag steht dann unter dem Thema Abendmahl, um diesem zentralen Thema unseres Glaubens gemeinsam auch inhaltlich auf die Spur zu kommen. Übrigens: Wir in Gethsemane feiern Konfirmation an Pfingsten. Das hat einen guten Grund, denn der Heilige Geist ist der eigentlich Handelnde an der Konfirmation. Er alleine kann letztlich "konfirmieren", d.h. im Glauben bekräftigen, erneuern und bestätigen. Bitten auch Sie für unsere Jugendlichen um diesen guten Geist Gottes!

Kirsten Oldenburg